Totale Überwachung als Produktivitätsboost?

Klingt das nicht erst einmal nach düsterer Science Fiction oder nach Schlagzeilen, wie sie bei Meta Inhouse gerade die Stimmung kippen lassen?

Es ist kurz nach acht. Der Kaffee steht neben mir, der Bildschirm ist noch nicht ganz wach und ich auch nicht. Normalerweise würde ich jetzt Teams öffnen, in Notion springen, die ersten Mails überfliegen und versuchen, mich daran zu erinnern, was gestern eigentlich alles los war.

Stattdessen lese ich erst mal meinen eigenen detailierten Report des Vortages.

Was finde ich da? U.a., wie lange ich an welchem Projekt gearbeitet habe. Welche Apps in Dauerschleife geöffnet waren. Wo mein Fokus gekippt ist. Welche Aufgaben unerledigt geblieben sind. Sogar die kleinen Wechsel, die sonst komplett verschwinden: kurz eine Nachricht beantworten, zurück in die Notizen, dann ins CRM, noch mal in die Meeting-Notizen, irgendwo dazwischen einen Tab aufmachen, weil man ja nur eine Sache nachschauen wollte...

An Hardcore-Tagen kommen da bei mir locker 16 Stunden Bildschirmzeit zusammen, ohne dass ich mir dessen richtig bewusst geworden bin. Diese Chronik zeigt mir das nun erschreckend ungeschönt. Kein Gefühl von „Ich war doch eigentlich produktiv“, sondern Daten, an denen nicht zu rütteln ist. Was habe ich wirklich gemacht? Womit habe ich meine Zeit verbracht? Und an welchen Stellen habe ich mir Arbeit unnötig gebaut, die längst automatisiert sein könnte?

Genau das ist Screenpipe.

Screenpipe zeichnet rund um die Uhr Audio, Bildschirminhalte und Text auf und verarbeitet alles kontinuierlich. Du (und deine KI) hast damit eine komplette Übersicht davon, was auf deinem Gerät passiert, welche Anwendungen offen waren, was in Meetings und Telefonaten besprochen wurde und so weiter.

(Das geht natürlich nur mit Einverständnis. In meinem Fall sitze ich alleine in einem Büro, also in meinem Büro oder im Homeoffice. Und in Meetings, wenn ich Audio aufnehme, frage ich natürlich vorher bei den anderen nach.)

Aber generell die Idee davon, überhaupt 24/7 meinen Bildschirminhalt speichern und analysieren zu lassen, ist wahrscheinlich erst mal eine Hardcore-Perspektive.

Mehr als Time-Tracking und Meeting-Notizen

Das Ganze geht über typische Produktivitäts-Apps, die dir beim Time-Tracking helfen, weit hinaus. Und es geht auch darüber hinaus, was Meeting-Transkription normalerweise leistet, auch wenn ich weiterhin Fan von Granola und Co. bin.

Es hat eine bestimmte Ehrlichkeit für mich, dass ich genau mit meinem KI-Agenten untersuchen kann, was passiert ist. Eine Ehrlichkeit, die schlimmstenfalls eben auch schockieren kann, aber mir auch den Anreiz gibt, Schwachstellen abzubauen.

Das Produktversprechen ist: Nimm auf, wie du arbeitest, und verwandle das in KI-Agenten.

Das heißt: Screenpipe nimmt auf, was du tust, lernst, wie du arbeitest, und verwandelt es dann in durchsuchbare Erinnerungen, Standard Operating Procedures und KI-Agenten. Und das alles lokal auf deiner Maschine oder an die Cloud angeschlossen, wenn du möchtest.

Es kennt dadurch natürlich deine Pipeline, deine aktiven Projekte und weiß, woran du gearbeitet hast.

Der Vorteil: Du kannst sehr schnell viel wertvolle Information abschöpfen. Zum Beispiel für:

  • Workflows die automatisierbar sind

  • Erinnerungen die du mit deinen KI Agenten teilst

  • wöchentliche Updates an z.B. Investor:innen oder Kund:innen

  • Team-Stand-ups

  • eigene Recherche zur eigenen Arbeit.

Und das Tool geht noch einen Schritt weiter. Du kannst untersuchen lassen, wie du arbeitest, und es schlägt dir Automatisierungen vor, weil es erkennt, welche Aufgaben du immer wieder ausführst.

Ein Beispiel: Ich kopierte regelmäßig zwischen meinen Meeting-Notizen und den CRM-Notizen hin- und her. Screenpipe hat mir dafür eine kleine Automatisierung vorgeschlagen und gebaut, mit der die Übertragung nun automatisch passiert.

Ein Power-User-Tool mit richtig viel Power?

Ja! Es kann zum Beispiel einen digitalen Klon von dir anlegen, den du mit deinen anderen KI-Agenten teilen kannst. Das kann dein Hermes-Agent sein, der kontinuierlich aktualisierte Erinnerungen bekommt, je nachdem, woran du arbeitest.

Du kannst dir SOPs erstellen lassen von allem, was du tust, damit du besser delegieren kannst. Du kannst es an deine anderen Anwendungen anschließen, also Slack, Notion, Kalender und CRM.

Und ja, selbstverständlich ist Sicherheit mitbedacht. Sensible Daten, Passwörter und persönliche Daten wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Co. werden auf dem Gerät entfernt, sodass sie weder abgespeichert noch in die Cloud geschickt werden.

Es wurde tatsächlich dafür ein eigenes KI-Modell entwickelt, um private Informationen zu erkennen und zu entfernen. Das Projekt ist Open Source, wenn auch nicht for free benutzbar, wenn du es nicht selber kompilierst.

Wichtig: Das Ganze ist auch fürs ganze Team ausrollbar, damit du Company SOPs, ein Company Digital Brain et cetera bekommst. Für kleine Teams, die Bock auf richtig rasante Entwicklungen haben, lohnt es sich, zu schauen, ob es was für euch ist.

Kurz gesagt

Screenpipe ist ein lokales, privates KI-Agenten-Erinnerungssystem, das aufnimmt, was du gesehen, gehört und gemacht hast, und diese Informationen an KI-Agenten weitergibt und dir Lösungen vorschlägt.

Damit fangen KI-Agenten nicht von null an und du verwandelst immer mehr Potential in Automatisierungen.

Eher für Hardcore-User, aber ich möchte es euch nicht vorenthalten. In der Benutzung ist es eher einfach, bis auf einige fortgeschrittenere Erweiterungen. Aber auch da hilft ein Chat mit KI im Notfall weiter.

Probiert es einfach einmal aus. Ich bin wie immer auf eure Rückmeldungen gespannt!

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