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Was ist eigentlich dieses Vibe Coding?

In der Techie-Welt, in meiner Bubble, ist der Begriff schon seit einiger Zeit allgegenwärtig. Aber vermehrt dringt er auch in weniger technische Köpfe. Einfach, weil es eine total fantastische Entwicklung ist, die ich dir kurz erklären möchte.

Was Vibe Coding ist

Eigentlich ist Vibe Coding einfach eine Art, Software zu entwickeln: Du beschreibst in natürlicher Sprache, was du bauen möchtest, welches Problem du lösen willst, und die KI erzeugt dafür den Code.

Anstatt Zeile für Zeile selbst zu programmieren, wie man das bis vor kurzem machte, arbeitest du eher wie ein Regisseur: Du gibst die Richtung vor, gibst Feedback, hältst die verschiedenen Vorgänge zusammen, trägst die Vision. Du erklärst der KI, was noch nicht funktioniert, welche Fehlermeldungen du bekommst, welche Inspiration das Projekt trägt und ihr baut gemeinsam Software. Iterativ, Schritt für Schritt. Darum geht’s beim Vibe Coden.

Und das sollte man nicht mehr unterschätzen. Es gibt inzwischen viele Geschichten, in denen eigentlich nicht-technische Menschen mithilfe von Vibe Coding Unternehmen aufbauten, die fantastische Zahlen in der kürzesten Zeit erreicht haben.

Ich ohne Vibe Coding vs. ich mit Vibe Coding

Ist das neu?

Schon vor ein paar Jahren wurde in Gesprächen mit z.B. Sam Altman, dem CEO von OpenAI (die ChatGPT machen), darüber gesprochen, dass Programmieren sich grundlegend verändert. Dass Entwickler:innen in Zukunft Code kaum mehr selbst schreiben werden.

Wenn man darüber nachdenkt, ist das eigentlich gar nicht so weit hergeholt: Programmiersprachen (wie JavaScript, C++ oder Python) sind ja auch Sprachen, die wir entwickelt haben, damit wir mit menschlich nachvollziehbaren Eingaben einem Computer etwas beibringen können, ohne es in Nullen und Einsen zu schreiben.

Vibe Coding ist der nächste Schritt in dieser Entwicklung: Wir sagen dem Computer nur noch, was wir haben möchten, und der Computer kümmert sich darum, das in eine Form zu bringen, die er versteht. Auch wenn das hier vereinfacht dargestellt ist... die Richtung stimmt.

Wie sieht das praktisch aus?

Typischerweise ist es ein ziemlich einfacher Ablauf:

Du beschreibst eine Idee, ein Problem das du gelöst haben möchtest, oder eine Komponente davon. Die KI erzeugt den Code, führt ihn aus, schaut sich häufig selbst die Fehler an und verfeinert dann den Code. Der Fokus für dich verschiebt sich von Syntax und Detailimplementierung hin zum Ziel, dem Verhalten und der Iteration.

Du musst nicht mehr verstehen, wie der Code funktioniert. Du musst wissen, was du willst und ob das Ergebnis dem entspricht.

Claude Codes Erklärungen zu sich selbst

Grenzen und Vorteile

Es gibt viele Vorteile und auch Grenzen beim Vibe Coden.

Aktuell ist es besonders nützlich für Prototypen, kleine Tools, schnelle Experimente ... Sachen, die du in deinem persönlichen Alltag oder internen Unternehmensumfeld verbessern möchtest. Wenn man wirklich schnell zu einem laufenden Ergebnis kommen will für konkrete kleine Vorhaben, ist das ideal.

Das Problem: Da das alles noch wahnsinnig neu ist und sich in großen Schritten verbessert, aber noch nicht fertig ist, können Fehler eingeschleust werden, die man nicht entdeckt, wenn man den Code selbst nicht versteht. Das betrifft Sicherheitsprobleme, ineffiziente Architektur oder schlechte Gestaltung von Software. Ab einer gewissen Größe kommt es dann relativ schnell zu Problemen.

Screenshot aus Claude Code, bereit Code zu generieren

Deswegen ist zeitweise doch die Notwendigkeit gegeben, dass man versteht, was die KI gemacht hat, und es verbessert oder notfalls selbst Hand anlegt. Für komplexe produktive Software ist sauberes Engineering immer noch Menschensache, Entwickler:innensache.

Aber: Kleinere Dinge für dich selbst kannst du inzwischen auf jeden Fall lösen, ohne Code selbst anzurühren.Das kann zum Beispiel Automatisierung für repetitive Aufgaben sein. Oder die Anbindung von zwei verschiedenen Diensten oder Programmen aneinander. Da sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Du musst dich einfach in den Chat begeben und gemeinsam mit der KI deines Vertrauens iterieren, ob du zu einer Lösung kommst oder nicht.

Die Antwort ist erstaunlich häufig: Ja.

Hier ist es auch für den Kontext wichtig zu wissen, dass in vielen Softwarehäusern Entwickler:innen nicht (oder kaum) mehr dasitzen und coden, sondern teilweise viele verschiedene KI-Agenten gleichzeitig an einem oder mehreren Problemen arbeiten lassen und als Schaltzentrale verschiedene Lösungsvorschläge synchronisieren und dirigieren. Das ist tatsächlich gerade wie viele Software-Engineere arbeiten.

Was einerseits zeigt, dass die Code-Qualität, die produziert wird, innerhalb der letzten Monate drastisch gestiegen ist und andererseits natürlich auch ein Indikator dafür ist, dass es vermehrt auch in die Nicht-Entwicklersphäre übertragen werden kann. Denn wenn selbst Entwickler:innen nicht mehr coden, dann können wir ja auch unsere Probleme lösen damit.

Welche Tools gibt es?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Die bekannteste ist Claude Code von Anthropic. Es gibt auch Codex von OpenAI, also quasi ChatGPT fürs Programmieren. Und dann gibt es Tools, die es noch einfacher machen:

Zum Beispiel Emergent oder Replit. Diese bieten als Software-Service einen organisierten Arbeitsbereich an, in dem du mit einem Chat-Interface interagierst und viel Infrastruktur drumherum hast, damit sichere, funktionale und einfach funktionierende Software entsteht. Du brauchst dort kein Terminal, keinen Code-Editor, nichts davon. Nur ein Browserfenster und eine Idee.

Was du mitnehmen solltest

Wenn du dir etwas aus diesem Artikel mitnimmst, dann das: Probier eines dieser Tools mit einem deiner aktuellen Probleme.

Nimm ein kleines, überschaubares Problem, bei dem du dich fragst, ob man das technisch lösen kann, und lass dich überraschen, welche wunderbaren Möglichkeiten entstehen.

Ein paar Tipps dazu:

Sei kritisch mit den Chats. Stelle Rückfragen. Sag der KI, dass sie dich zurückfragen soll, um besser zu verstehen, was du möchtest.

Sei so detailliert wie möglich mit deinen Beschreibungen, damit zufriedenstellende Ergebnisse entstehen können.

Fang klein an. Nicht mit der nächsten Firmen-Software, sondern mit einem kleinen Tool, das dir den Alltag erleichtert.

Ich schreibe viel über Themen wie dieses: was man mit KI anstellen kann, welche Entwicklungen für uns nützlich sind. Weniger AI-News, mehr Praktisches. Was ich selber oder in meinem Umfeld nutze, was passiert, was man damit machen kann. KI-News kann KI besser als ich. Aber ich glaube, ich habe Gedanken und Erfahrungen, die ich teilen kann, damit du lernst, wie man mit diesen Technologien umgeht.

Wenn du jemanden kennst, für den das hier interessant sein könnte, teile doch den Artikel mit ihm:ihr!

Wie immer, schreib mir gern bei Fragen oder wenn du dein erstes Vibe-Coding-Ergebnis teilen willst. Mich interessiert, was dabei rauskommt.

Liebe Grüße

Georg

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