Hi! Hier Georg, mit einem neuen Beitrag der dir helfen soll mit KI zu arbeiten und das meiste aus KI & Agenten für dich herauszuholen. Wir schauen uns heute Skills an. 😁

Skills sind vielleicht das wichtigste Konzept, um KI wirklich produktiv einzusetzen. Sie sind das Mittel, um deinem Chatfenster bzw. KI-Agenten Dinge beizubringen, damit du nicht in jeder Session von vorne anfangen musst und KI für dich Aufgaben übernehmen kann und weiß, was dafür benötigt wird.

In diesem Beitrag heute:

  • Was sind eigentlich Skills? Eine Grundlage für modernes Arbeiten mit KI.

Was diese Woche noch los war

  • ChatGPT 5.6 ist zwar fertig, aber wird nicht für uns zugänglich aufgrund der aktuellen Sicherheitsbedenken der US-Regierung. Es werde wohl innerhalb der nächsten Wochen eine Einigung angestrebt.

  • Hermes und OpenRouter haben beide die Fusionierung von mehreren KI-Modellen vorgestellt, wodurch durch eine Arbeiter- & Richter-Logik ähnliche Ergebnisse erzielt werden wie bei Top-Modellen wie Fable 5.

Was sind eigentlich Skills?

Ich versuche manchmal Terminologien und technische Aspekte der KI-Themen hier zu erklären. Heute geht's um „Skills“ in Bezug auf KI-Agenten.

Skills sind vielleicht eines der wichtigsten Konzepte, um zu verstehen, wie du KI produktiv einsetzen kannst und über die Funktionalität eines Chatfensters hinausgehst.

Eigentlich kennst du das Konzept von Skills schon aus deinem Alltag.

Wenn du eine neue Person einstellst … schlau, motiviert und lernfähig … kann sie am Anfang schon vieles: Texte schreiben, Infos sortieren, E‑Mails vorbereiten, Meetings zusammenfassen und so weiter.

Aber: Diese Person kennt dich und deine Firma noch nicht. Sie weiß noch nicht, wie ihr Angebote schreibt. Sie kennt euren Ton in Kunden‑E‑Mails nicht. Sie weiß nicht, welche Infos bei einer Anfrage wichtig sind. Sie kennt eure internen Abläufe und Daten (z. B. Preise, Vorlagen, Ansprechpartner) nicht. Und sie weiß auch noch nicht, was sie allein entscheiden darf und wann sie lieber nachfragen sollte.

Also erklärst du es ihr. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

„Wenn eine Kundenanfrage reinkommt: Lies sie zuerst richtig durch und finde heraus, was die Person genau möchte. Dann check, welche Infos noch fehlen. Nutze dafür diese Checkliste. Formuliere eine freundliche Antwort mit ein paar Rückfragen. Frag nach Budget, Zeitraum und dem Ziel des Projekts. Und setz unseren Link zur Terminbuchung dazu, damit wir ein kurzes Erstgespräch machen und alles persönlich klären können.“

Am Anfang ist es ganz normal, Prozesse zu erklären. Beim ersten Mal sowieso. Beim zweiten und dritten Mal auch noch. Aber wenn du etwas zum zehnten oder hundertsten Mal erklären musst, wird es irgendwann nervig … und du merkst: Das passt so nicht.

Genauso geht es vielen mit KI. „Ich schreibe meine Frage ins Chatfenster, und die KI liefert sofort genau das Richtige.“ klappt mit mitgeliefertem Kontext manchmal, oft auch nicht. Ohne Kontext, Informationen, Hinweise etc - keine Chance.

Woher soll das Modell auch wissen welche Infos bei euch wichtig sind, welche Quellen ihr nutzt, wie eure Abläufe sind und welche Regeln in deinem Unternehmen gelten.

Wenn du statt eines Chats einen KI‑Agenten nutzt, ist es ähnlich wie bei einer neuen Person im Team: Der Agent braucht zuerst klare Erklärungen, damit er die Aufgaben so erledigen kann, wie du es erwartest.

Genau dafür sind Skills da. Sie speichern Erklärungen und Abläufe, damit du sie nicht jedes Mal neu schreiben bzw. entwickeln musst. Darum funktionieren KI‑Agenten mit Skills besser als ein einfaches KI-Chat‑Tool … und manchmal sind sie damit sogar konsequenter als Menschen.

Woher nehmen?

Skills kannst du entweder aus Skill-Bibliotheken importieren (z. B. aus dem OpenClaw Skill Hub) oder du bittest deinen Agenten, gemeinsam mit dir einen Skill zu entwickeln. Alle gängigen agentischen KI-Systeme können mit dir gemeinsam Skills zusammenstellen. Am besten fragst du deinen Agenten, ob es dafür schon einen Skill in einem der vertrauenswürdigen Hubs gibt oder ob ihr einen manuell entwickeln solltet.

Ein Skill ist eine Arbeitsmappe

Ein Skill ist wie eine Arbeitsmappe, die man für eine Aufgabe anlegt.

Darin stehen zum Beispiel:

  • Anleitungen (wie man etwas macht)

  • Beispiele

  • Erklärungen

  • manchmal auch Programmcode oder Einstellungen

Wenn die KI diese Informationen in der Mappe hat, kann sie die Aufgabe besser und immer ähnlich erledigen. Dann musst du ihr nicht jedes Mal alles neu erklären.

Diese Informationen sind in markdown Textdaten hinterlegt. Die Arbeitsmappe ist also ein Ordner mit bestimmten Textdateien.

Am Beispiel: "Schreib mir eine Antwort auf diese Kundenmail" kann sehr vieles bedeuten. Wenn wir allerdings davor, basierend auf E‑Mail‑Antworten, die wir gemeinsam mit der KI verfasst haben oder am Beispiel von alten vorhandenen E‑Mail‑Antworten, einen Skill angelegt haben … also eine Sammlung mit Anweisungen und Beispielen … dann bedeutet die selbe Anfrage mit der hinterlegten Arbeitsmappe plötzlich:

Schreibe mir eine Antwort auf diese Kunden‑E‑Mail nach unserem üblichen Ablauf. Konkrete Vorgaben:

  • Verwende dafür die vorhandenen Beispiele für Tonalität.

  • Achte darauf, die richtigen Stammdaten zu verwenden, wenn relevant.

  • Nutze meinen Kalenderlink für Terminabsprachen.

  • Prüfe in meinem Kalender meine Verfügbarkeit, bevor du Termine vorschlägst.

  • Überprüfe, ob die Antwort unseren Vorsichtsregeln entspricht.

Dabei ist wichtig zu unterscheiden, dass ein Skill nicht gleich ein Prompt ist. Prompts sind flüchtig; Skills sind persistente, versionierbare Anweisungen und Ressourcen. Ein Skill ist nicht direkt ein Tool … Tools können Teil eines Skills sein, also einzelne ausführbare Aufgaben innerhalb des Gesamten. Ebenso ist ein Skill kein MCP‑Server: MCP stellt Konnektivität zu externen Daten her, und ein Skill kann die Anweisung enthalten, eine MCP‑Konnektivität herzustellen. Ein Skill ist auch kein Agent selbst. Ein Agent ist die Umgebung, in der alles ausgeführt wird; ein Skill ist ein Wissensmodul, eben eine Arbeitsmappe, das Agenten laden und nutzen können.

Die Architektur eines Skills

Skills sind mehrstufig aufgebaut, damit die Verwendugn effizient läuft udn von jedem KI System umgesetzt werden kann (der selbe Skill kann iN Claude CoWork, bei deinem HErmes Agenten etc ausgeführt werden).

Stufe eins: Metadaten. Beim Start des Agenten werden nur Name und Beschreibung aller installierten Skills in das System Prompt geladen. Dadurch bleibt der Kontext klar, aber der Agent weiß, welche Skills existieren.

Stufe zwei: Anweisungen. Erst wenn der Agent anhand der Beschreibung erkennt, dass ein Skill relevant ist für was er gerade tun soll, liest er die vollständige SKILL.md-Datei, die die Anweisung unserer Arbeitsmappe enthält. Beispielsweise sagst du: „Antworte auf diese Kunden-E-Mail“, und der Agent erkennt Kunden-E-Mail-Antwort bedeutet Kunden-E-Mail-Skill und liest den Skill ein, um fortfahren zu können.

Stufe drei: Ressourcen. Der Skill ist ja eine Arbeitsmappe, die aus unterschiedlichen Ressourcen bestehen kann. Je nachdem, was jetzt in den Anweisungen aufgeführt ist und was für diese Aufgabe gerade benötigt wird, werden die Referenzen, Beispiele, Skripte, Ressourcen und Co. geladen.

Dieses Prinzip erlaubt es einem Agenten, Hunderte von Skills installiert zu haben, ohne dass der Kontext überläuft, der Agent verwirrt ist und die Antwortqualität sinkt.

Zusammengefasst

Diese noch recht neue Methodik hat sich in kürzester Zeit etabliert und wird von allen agentischen KI Systemen verwendet. Ganz gleich ob du Codex, Claude CoWork, Eve oder Hermes benutzt.

  1. Ein Skill ist kein Prompt, kein Tool, kein Plugin … es ist eine wiederverwendbare, portable Arbeitsmappe aus Anweisung + Wissen + Ressourcen für KI-Agenten.

  2. Progressive Disclosure ist die Killer-Funktion … Hunderte Skills installiert, aber nur was benötigt wird im Kontext. Volle Anweisungen werden erst bei Bedarf geladen.

  3. Skills sind plattformunabhängig … Der gleiche Skill funktioniert auf Claude Code, Codex, Gemini CLI, Cursor, Hermes Agent und 20+ weiteren Plattformen.

  4. Skills machen Agenten von Generalisten zu Spezialisten … Ein generischer Agent + 20 Skills = ein hochspezialisierter Assistent für konkrete Aufgaben.

Ich hoffe, das ich dir die Funktionalität von Skills etwas zugänglicher gemacht habe. Bis zur nächsten Ausgabe viel Spaß dir mit dem entwickeln deiner persönlichen Skills.
Beste Grüße
Georg

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